Sagenhaftes und Geschichtliches

Die Sage vom Teufelsfels

„Es war einmal vor vielen, vielen Jahren, da fiel es dem Teufel auf, daß gar keine Leute mehr aus Bundenbach in die Hölle kamen. Das verdroß ihn sehr. Seine Großmutter aber wußte Rat: „Die Leute dort werden sich gewiß auch so eine Kirche gebaut haben und nicht mehr von uns wissen wollen. Lauf schnell und nimm dir einen dicken Stein und wirf ihn mitten auf die Kirche!“ Das ließ sich der Teufel nicht zweimal sagen, suchte sich einen großen Stein und machte sich auf den Weg nach Bundenbach. Da es aber sehr heiß war, hielt er auf der Höhe des Gebirges Rast, um zu verschnaufen. Kommt da ein Weiblein des Weges und erschrickt vor dem Mann, den sie nicht kennt und der nichts Gutes vorhat, wie sie merkt. Der aber freut sich, daß er endlich jemand nach dem Weg fragen kann, und redet sie freundlich an: „Gute Frau, könnt ihr mir nicht den Weg nach Bundenbach weisen? Wie weit ist es noch bis dahin ?“ – „O lieber Herr“, antwortete die Frau, „ich komme gerade von dort her, das ist noch arg weit. Da, seht her“, und dabei öffnete sie den Korb, den sie auf dem Arm trug, „all diese Schuhe und Schlappen habe ich schon durchgelaufen, so weit ist das.“ Da ließ der Teufel seinen dicken Stein liegen und ging wütend davon. Das schlaue Weiblein aber war die Frau des Schusters von Bundenbach, die von der Kundschaft ringsumher ihrem Mann Arbeit holen gegangen war. Manche meinen, daher stamme das Wort: Weiberschläu stört Teufelei!“

Quelle: Naheland-Kalender 1983, Seite 77/78, Autor: W. Henning, Kirn

Geschichtliches

Mit der römischen Besitznahme des linksrheinischen Raumes im letzten vorchristlichen Jahrhundert wurde in der Folgezeit das Kulturgut des keltisch-germanischen Mischvolkes der Treverer von römischem Kulturgut überlagert und angereichert. Verschiedene Bodenfunde aus keltischer und römischer Zeit bezeugen in Hennweiler die Besiedlung durch Angehörige dieser Kulturvölker.

Der Ortsname geht wahrscheinlich auf den Namen eines fränkischen Siedlers zurück, der sich „Hagano“ oder „Hano“ nannte und im Zuge der fränkischen Landnahme (6./7. Jh.) hier eine Siedlung gründete bzw. einer bestehenden Siedlung durch Umbenennung seinen Namen gab.

Die erste urkundliche Erwähnung des Dorfes stammt aus dem Jahr 992, als König Otto III. unter der Federführung des Mainzer Erzbischofs Willigis das Königsgut „Hanenwilare“ dem kurz zuvor errichteten Stift St. Stephan in Mainz schenkte.

Es ist sehr wahrscheinlich, dass unter dem Einfluss dieses Stiftes die Erbauung der Pfarrkirche als Mutterkirche im Pfarrbezirk Hennweiler erfolgte. Dieser Bezirk war im Mittelalter mit der Vogtei Hennweiler identisch, die – als ein Gerichts- und Verwaltungsbezirk – die Orte Hennweiler, Oberhausen, Guntzelnberg, Rode, Heinzenberg und den Eigener Hof umfasste. Die Siedlungen Guntzelnberg und Rode – an der Grenze zum Hahnenbacher und Bruschieder Bann – wurden vermutlich schon vor dem 30jährigen Krieg verlassen und wüst.

Die Vogtei Hennweiler war als Lehen der Grafen von Veldenz im  13./14. Jahrhundert an die Herren von Heinzenberg vergeben. Dieser Verwaltungsbezirk bildete ab dem 16. Jahrhundert unter der Bezeichnung „Amt Hennweiler“ zusammen mit dem Bezirk „Amt Hahnenbach“ die Reichsherrschaft Wartenstein mit Verwaltungssitz auf Schloss Wartenstein. Im 16. Jahrhundert waren die Herren von Schwarzenberg, im 17./18. Jahrhundert die freiherrliche Familie von Warsberg die Ortsherren von Hennweiler.

Um die Mitte des 18. Jahrhunderts erfolgte eine beträchtliche Bevölkerungszunahme und Dorferweiterung. Im Sommer 1781 brannte der Ort zu mehr als zwei Drittel ab. 1790/92 wurde das Kirchenschiff der Pfarrkirche neu erbaut.

Nach der französischen Besitzergreifung des linksrheinischen Raumes (1792/94) erfolgte die französische Verwaltungsreform (1798/1800/1802). Unter napoleonischer Herrschaft wurden die Bürger staatsrechtlich Franzosen (1802-1813/14). Hennweiler war Bestandteil der Mairie Kirn im Arrondissement Simmern, das zum Departement Rhein-Mosel gehörte.

Nach dem Ende der französischen Herrschaft und einer kurzen Übergangsverwaltung erfolgte 1817 die Eingliederung in den preußischen Landkreis Kreuznach und die Umbenennung der Mairie Kirn in Bürgermeisterei Kirn. Seit 1858 bildeten die ihr angehörenden Landgemeinden eine eigene Landbürgermeisterei, die vom Bürgermeister der Stadt Kirn in Personalunion mitverwaltet wurde. Im Jahr 1896 wurde diese Personalunion aufgehoben und die Landgemeinden wählten einen eigenen Bürgermeister.

Im Jahre 1940 gab es im Norden des Ortes auch ein provisorischer Flugplatz.

An die stationierte Sanitätskompanie 1/112 erinnert noch heute das Denkmal an der Einfahrt zum Schützenhaus im Norden des Orts.

Am 01.10.1968 wurde die bisherige Bezeichnung der Gebietskörperschaft „Amt“ in Verbandsgemeinde umbenannt. Nach der zuletzt erfolgten Gebietsreform im Jahr 1969 ist Hennweiler Bestandteil der Verbandsgemeinde Kirner Land, die aus 21 Ortsgemeinden besteht.

Im Jahre 1992 feierte der Ort eine außerordnetliche brunkvolle 1000-Jahre Feier.