"Es war einmal vor vielen, vielen Jahren, da fiel es dem Teufel auf, daß gar keine Leute mehr aus Bundenbach in die Hölle kamen. Das verdroß ihn sehr. Seine Großmutter aber wußte Rat: "Die Leute dort werden sich gewiß auch so eine Kirche gebaut haben und nicht mehr von uns wissen wollen. Lauf schnell und nimm dir einen dicken Stein und wirf ihn mitten auf die Kirche!" Das ließ sich der Teufel nicht zweimal sagen, suchte sich einen großen Stein und machte sich auf den Weg nach Bundenbach. Da es aber sehr heiß war, hielt er auf der Höhe des Gebirges Rast, um zu verschnaufen. Kommt da ein Weiblein des Weges und erschrickt vor dem Mann, den sie nicht kennt und der nichts Gutes vorhat, wie sie merkt. Der aber freut sich, daß er endlich jemand nach dem Weg fragen kann, und redet sie freundlich an: "Gute Frau, könnt ihr mir nicht den Weg nach Bundenbach weisen? Wie weit ist es noch bis dahin ?" - "O lieber Herr", antwortete die Frau, "ich komme gerade von dort her, das ist noch arg weit. Da, seht her", und dabei öffnete sie den Korb, den sie auf dem Arm trug, "all diese Schuhe und Schlappen habe ich schon durchgelaufen, so weit ist das." Da ließ der Teufel seinen dicken Stein liegen und ging wütend davon. Das schlaue Weiblein aber war die Frau des Schusters von Bundenbach, die von der Kundschaft ringsumher ihrem Mann Arbeit holen gegangen war. Manche meinen, daher stamme das Wort: Weiberschläu stört Teufelei!"

Quelle: Naheland-Kalender 1983, Seite 77/78, Autor: W. Henning, Kirn